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Mitglied im Landes-Kanu-Verband und im Landessportbund Bremen

 


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Vom Springer zum Paddler

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Die Unentbehrlichen: Christian Kantak ist ein Glücksfall für die Kanusportfreunde
08.03.2016

Eigentlich ist er Leichtathlet. Christian Kantak war in seiner Potsdamer Heimat ein veranlagter Weit- und Hochspringer, mit großem sportlichen Ehrgeiz. Doch dann verschlug den damals 21-Jährigen die Berufsausbildung nach Bremen, und alles wurde anders. „Meine Gelenke waren durch die Springerei schon ziemlich kaputt. Ich beschloss, irgendwas mit Wasser zu machen, wegen der Probleme in den Gelenken“, erinnert er sich. Und da er in seiner Heimat (ganz zufällig in einem Ort namens Werder) schon mal in einem Kanu gesessen hatte, beschloss Christian Kantak: „Das wäre doch etwas für mich.“

 

Kanusportfreunde - Christian Kantak © Frank Thomas KochEin Mann mit vielen Ideen: Christian Kantak ist Jugendwart der Kanusportfreunde Bremen. (Frank Thomas Koch)
 

Also sah er sich mal um in seiner neuen Heimat. Und kam beim Joggen in der Pauliner Marsch bei den Kanusportfreunden im Richard-Jürgens-Weg vorbei. Das ist nun gut ein Jahrzehnt her, die Geschichte nahm ihren für die Bremer Kanuten erfreulichen Lauf. Denn inzwischen ist der Versicherungs-Kaufmann Kantak Jugendwart des Bremer Kanuverbandes und – vor allem – Jugendwart der Kanusportfreunde Bremen, einem Verein mit einer ganz eigenen Philosophie. „Wir machen nur Breitensport, an Regatten nehmen wir nicht teil“, erläutert der Vorsitzende Norbert Köhler, der nebenbei auch Präsident des Bremer Kanu-Verbandes ist.

Das Konzept des reinen Freizeitvereins kommt an. Die Kanusportfreunde sind mit 250 Mitgliedern hinter Tura Bremen der zweitgrößte Verein des Fachverbandes, Tendenz steigend. Und die im Verein praktizierten Ideen kamen auch bei Christian Kantak an. „Ich habe mich dann damals im Verein umgesehen und das Glück gehabt, gleich an Brigitte Born zu kommen“, erzählt er. Bremer Kanufreunde wissen mit dem Namen etwas anzufangen: Brigitte Born ist seit Jahrzehnten so etwas wie die Mutter der Bremer Kanu-Kompanie, ihr Mann Werner führte den Verband über Jahrzehnte hinweg. Und Kantak war nicht der Erste (und wohl auch nicht der Letzte), den Brigitte Born für einen Sport begeisterte, wie er ganz speziell bei den Kanusportfreunden ausgeübt wird. Der Vorsitzende Norbert Köhler erläutert: „In unserem Bootshaus liegen rund 100 vereinseigene Boote, die jedes Mitglied kostenfrei benutzen kann.“ Nur wer mit einem Vereinsboot auf Urlaub reisen will, muss 15 Euro Leihgebühr pro Woche entrichten, bei Jugendlichen ist es nur ein Bruchteil dieser ohnehin bescheidenen Summe.

Das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen speziell für einen Jugendwart. Während der Saison, die grob von den Osterferien bis nach dem Herbstferien geht, ist er mit seinen rund vier Dutzend Jugendlichen (darunter ein Drittel Mädchen) durchschnittlich dreimal in der Woche auf dem Wasser. Und da in diesem Breitensportverein niemals viele Kilometer zur Formsteigerung gebolzt werden, setzt der Jugendwart andere Akzente. Dazu gehört Kanupolo ebenso wie Wildwasserschulungen. Und natürlich ausgedehnte Wanderfahrten in den Sommermonaten.

In den Wintermonaten ist es allerdings etwas schwerer, die Kanu-Kundschaft bei der Stange zu halten. Da trifft man sich auch schon mal zu einem Bowlingabend oder Abenteuer-Spielen. „Christian ist voller Ideen, es gibt immer neue Initiativen“, lobt Köhler seinen Jugendwart und schaut schon mal voraus: „Der Sommer steht vor der Tür, da ist auch an der Weser wieder viel los.“

Denn der Klub hat von seinem Vereinsgelände aus direkten Zugang zum Fluss, sogar ein kleiner Strand lädt zur Erholung ein. Der wird von den Mitgliedern gepflegt, auch wenn die Kanusportfreunde im Gegensatz zu anderen Vereinen keinen offiziellen Arbeitsdienst kennen. Nur so etwas Ähnliches. „Wir nennen das Erlebniswelt Bootshaus. Und da macht man freiwillig mit “, sagt Köhler und grinst. Immerhin: Im vergangenen Herbst wurde beim „Abenteuer Erlebniswelt“ in mehrstündigem Einsatz der gewaltig ausufernde japanische Knöterich entsorgt, seitdem ist der Blick auf die Weser wieder ungestört.

Die Unentbehrlichen:

Ohne sie geht meist nichts. Die Rede ist von den Männern und Frauen in Bremer Sportvereinen, die in speziellen Funktionen tätig sind, mit denen ihr Name eng verbunden ist. Übungsleiter, Trainer, Ideengeber, Idealisten, kurz: Menschen, die etwas nachhaltig bewegen für ihren Verein. Von ihnen erzählt diese Serie.